Was ist Ganganalyse?

Ganganalyse ist die systematische Untersuchung menschlicher Gangmuster mit biomechanischen Methoden. Es quantifiziert Körpersegmentbewegungen, Gelenkwinkel, Kräfte und Muskelaktivitäten während der Fortbewegung und liefert objektive Daten für die klinische Diagnose, Rehabilitationsbewertung und Optimierung der sportlichen Leistung.

Kernmetriken der Ganganalyse

Moderne Ganganalysen bewerten mehrere Dimensionen, darunter raumzeitliche Parameter (Schrittlänge, Trittfrequenz, Ganggeschwindigkeit), Kinematik (Gelenkwinkel, Bewegungsbereich), Kinetik (Bodenreaktionskräfte, Gelenkmomente) und dynamische Stabilitätsindizes. Zusammengenommen zeichnen diese Messwerte ein umfassendes Bild der Bewegungsqualität einer Person.

Technologie hinter der Ganganalyse

Traditionelle Ganganalysen basieren auf markerbasierten optischen Systemen (Vicon, OptiTrack), die am Körper angebrachte reflektierende Marker erfordern. Neue markerlose Systeme wie HoloMotion nutzen KI-gestütztes Computersehen, um 33 Körpergelenke ohne tragbare Geräte zu verfolgen und erreichen so eine Genauigkeit auf klinischem Niveau (RMSE ≤ 2,5°) bei gleichzeitiger drastischer Reduzierung von Einrichtungszeit und -kosten.

Klinische Anwendungen

Die Ganganalyse wird häufig bei der Planung orthopädischer Operationen, der neurologischen Rehabilitation (Schlaganfall, Parkinson), der pädiatrischen Entwicklungsuntersuchung, der Optimierung der Prothesenanpassung und der Sturzrisikobewertung älterer Menschen eingesetzt. Es wandelt subjektive klinische Beobachtungen in quantitative, reproduzierbare Messungen um.